Bevor wir's vergessen – der RUMS-Geschichtspodcast

Der Historiker Dr. Michael Jung und der Journalist Ralf Heimann erzählen Geschichten über Menschen aus Münster, die nicht in Geschichtsbüchern stehen, aber viel über ihre Zeit verraten.

Es geht um Opportunismus, Macht, Angst und Mut im Nationalsozialismus – und darum, wie sich die großen Mechanismen der Geschichte im Kleinen zeigen.

Bevor wir's vergessen – der RUMS-Geschichtspodcast

Neueste Episoden

Folge 3: Der Sturz des Oberbürgermeisters von Münster

Folge 3: Der Sturz des Oberbürgermeisters von Münster

45m 39s

Georg Sperlich war von 1920 bis 1932 Oberbürgermeister von Münster. Er war ein Mann der alten Ordnung, pflichtbewusst, autoritär, tief verwurzelt im katholischen Milieu. Sperlich glaubte an Disziplin, Hierarchie und die Macht der Verwaltung, aber nicht an die Demokratie. Während in der Weimarer Republik neue Ideen, Parteien und Bewegungen um Einfluss rangen, hielt Sperlich an einem Bild von Staat und Gesellschaft fest, das längst ins Wanken geraten war.

In dieser Folge geht es um seinen Aufstieg, seinen Sturz und das politische Klima, das die Nationalsozialisten an die Macht brachte. Für Sperlich stand die Brandmauer links von ihm, aber die Demokraten...

Folge 2: Die Pogromnacht und der Tanz im Archiv

Folge 2: Die Pogromnacht und der Tanz im Archiv

49m 11s

Im Stadtarchiv Münster prallen in der NS-Zeit zwei Welten aufeinander: die des überzeugten Nationalsozialist Eduard Schulte und die seines Kollegen Ernst Hövel. Alles beginnt als persönliche Fehde zwischen zwei Historikern. In der Diktatur wird es zu einem Machtkampf, der politische und moralische Dimensionen annimmt.

Eduard Schulte nutzt seine Position, um das Stadtarchiv zum Werkzeug nationalsozialistischer Geschichtspolitik zu machen – und gerät in der Reichspogromnacht selbst in die Geschichte: Als die Synagoge brennt, lässt er offenbar Kultgegenstände ins Archiv bringen. Nach dem Krieg versucht er, die Vorwürfe zu entkräften.

Folge 1: Der Wendehals

Folge 1: Der Wendehals

40m 4s

Ein Jurist, der 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat saß – und später unbedingt ein guter Nazi werden sollte und von der „Arisierung“ jüdischen Eigentums profitierte. Anton Höltzenbein war kein Fanatiker, sondern ein Mann, der sich in jeder Zeit zurechtfand: in der Revolution ebenso wie in der Diktatur. Er verstand sich als vernünftig, pflichtbewusst, maßvoll – und gerade das machte ihn blind für das Unrecht, das um ihn herum geschah.

Diese Folge erzählt von einem Leben zwischen Loyalität und Opportunismus, von der Versuchung, sich selbst für unpolitisch zu halten, und von der stillen Verantwortung derjenigen, die einfach weitermachen.