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Folge 6: Die Rechtsextremen und der grüne Wasserstoff

Folge 6: Die Rechtsextremen und der grüne Wasserstoff

38m 47s

Grüner Wasserstoff klingt nach Klimakrise, Energiewende und Zukunft. In Münster hatte die Idee allerdings schon vor gut hundert Jahren Konjunktur – in einem ganz anderen politischen Milieu.

In der frühen Weimarer Republik war Münster ein Sammelbecken für Rechtsextreme, Freikorpsleute, radikalisierte Studenten, Professoren, Adelige und deutschnationale Unternehmer. Nach der Besetzung des Ruhrgebiets 1923 wurde Kohle knapp. In dieser Situation versprach der Ingenieur Franz Lawaczeck eine Lösung: Wasserstoff, hergestellt ohne Kohle, angeblich billig, effizient und geeignet, Deutschland energieautark zu machen.

Für die radikale Rechte in Münster klang das nach mehr als einer technischen Erfindung. Es war die Hoffnung auf wirtschaftlichen Einfluss, politische...

Folge 5: Die kühne Flucht der Familie Stein

Folge 5: Die kühne Flucht der Familie Stein

39m 20s

Walter und Ida Stein stammen aus einer wohlhabenden jüdischen Unternehmerfamilie in Münster. Doch ab 1933 wird es für sie im Alltag immer schwerer: Die Familie gerät unter Druck. 1938 will man ihnen auch ihre Beteiligung an einem Zementwerk nehmen.

Es folgt eine außergewöhnliche Fluchtgeschichte. Mit Hilfe eines riskanten Bargeldgeschäfts gelingt es Walter und Ida Stein, einen Teil ihres Vermögens dem Zugriff des NS-Staates zu entziehen und noch am selben Abend über die niederländische Grenze zu fliehen.

Diese Geschichte spielt in Münster. Sie erzählt nicht nur von Verfolgung und Enteignung, sondern auch davon, wie sehr Überleben davon abhing, ob jemand Vermögen...

Folge 4: Das Haus der Therese Stern

Folge 4: Das Haus der Therese Stern

43m 21s

Im Münster der 1930er-Jahre lebt die jüdische Unternehmerin Therese Stern ein angesehenes, erfolgreiches Leben. Sie führt ein Geschäft, besitzt ein Haus, ist Teil der Stadtgesellschaft. Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten kippt alles.

Ihr früherer Angestellter Karl Jansen, ein ehrgeiziger Geschäftsmann, erkennt früh, wie man im neuen System aufsteigen kann. Während Therese Stern systematisch entrechtet, enteignet und vertrieben wird, nutzt er ihre Notlage – und übernimmt schließlich ihr Haus und ihr Unternehmen.

Diese Geschichte spielt nicht in Berlin, sondern mitten in Münster. Sie erzählt davon, wie das Unrecht im Nationalsozialismus nicht nur von oben kam, sondern von nebenan – von...

Folge 3: Der Sturz des Oberbürgermeisters von Münster

Folge 3: Der Sturz des Oberbürgermeisters von Münster

45m 39s

Georg Sperlich war von 1920 bis 1932 Oberbürgermeister von Münster. Er war ein Mann der alten Ordnung, pflichtbewusst, autoritär, tief verwurzelt im katholischen Milieu. Sperlich glaubte an Disziplin, Hierarchie und die Macht der Verwaltung, aber nicht an die Demokratie. Während in der Weimarer Republik neue Ideen, Parteien und Bewegungen um Einfluss rangen, hielt Sperlich an einem Bild von Staat und Gesellschaft fest, das längst ins Wanken geraten war.

In dieser Folge geht es um seinen Aufstieg, seinen Sturz und das politische Klima, das die Nationalsozialisten an die Macht brachte. Für Sperlich stand die Brandmauer links von ihm, aber die Demokraten...

Folge 2: Die Pogromnacht und der Tanz im Archiv

Folge 2: Die Pogromnacht und der Tanz im Archiv

49m 11s

Im Stadtarchiv Münster prallen in der NS-Zeit zwei Welten aufeinander: die des überzeugten Nationalsozialist Eduard Schulte und die seines Kollegen Ernst Hövel. Alles beginnt als persönliche Fehde zwischen zwei Historikern. In der Diktatur wird es zu einem Machtkampf, der politische und moralische Dimensionen annimmt.

Eduard Schulte nutzt seine Position, um das Stadtarchiv zum Werkzeug nationalsozialistischer Geschichtspolitik zu machen – und gerät in der Reichspogromnacht selbst in die Geschichte: Als die Synagoge brennt, lässt er offenbar Kultgegenstände ins Archiv bringen. Nach dem Krieg versucht er, die Vorwürfe zu entkräften.

Folge 1: Der Wendehals

Folge 1: Der Wendehals

40m 4s

Ein Jurist, der 1918 im Arbeiter- und Soldatenrat saß – und später unbedingt ein guter Nazi werden sollte und von der „Arisierung“ jüdischen Eigentums profitierte. Anton Höltzenbein war kein Fanatiker, sondern ein Mann, der sich in jeder Zeit zurechtfand: in der Revolution ebenso wie in der Diktatur. Er verstand sich als vernünftig, pflichtbewusst, maßvoll – und gerade das machte ihn blind für das Unrecht, das um ihn herum geschah.

Diese Folge erzählt von einem Leben zwischen Loyalität und Opportunismus, von der Versuchung, sich selbst für unpolitisch zu halten, und von der stillen Verantwortung derjenigen, die einfach weitermachen.