Folge 6: Die Rechtsextremen und der grüne Wasserstoff
Grüner Wasserstoff klingt nach Klimakrise, Energiewende und Zukunft. In Münster hatte die Idee allerdings schon vor gut hundert Jahren Konjunktur – in einem ganz anderen politischen Milieu.
In der frühen Weimarer Republik war Münster ein Sammelbecken für Rechtsextreme, Freikorpsleute, radikalisierte Studenten, Professoren, Adelige und deutschnationale Unternehmer. Nach der Besetzung des Ruhrgebiets 1923 wurde Kohle knapp. In dieser Situation versprach der Ingenieur Franz Lawaczeck eine Lösung: Wasserstoff, hergestellt ohne Kohle, angeblich billig, effizient und geeignet, Deutschland energieautark zu machen.
Für die radikale Rechte in Münster klang das nach mehr als einer technischen Erfindung. Es war die Hoffnung auf wirtschaftlichen Einfluss, politische...